Gemeinde Mihla

Hainichgemeinde am Werraknie

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Vor 100 Jahren: Der 1. Weltkrieg erreicht seinen furchtbaren Höhepunkt 

Mit den Kämpfen in Flandern, der Verschärfung des U-Bootkrieges durch die Kaiserliche Marine, den dadurch hervorgerufenen Kriegseintritt der USA und den Revolutionen in Russland erreichte der 1. Weltkrieg vor 100 Jahren seinen furchtbaren Höhepunkt.

Zunehmend betroffen davon wurden auch die Männer unserer Region, die zum Militär eingezogen waren. Die Namen der Gefallenen stiegen immer rascher an, gleichzeitig machte sich in der Heimat eine Hungerepidemie breit und die Tuberkulose forderte immer neue Opfer... 

Schicksale - Drei Freunde... 

1914 gab es in Mihla drei gute Freunde: Ernst, Sohn von Pfarrer Adolf Kötschau, ein Verwandter der Familie von Harstall, Ernst Felsberg, ein Handwerkersohn, und Alfred Hartung, gerade nach seinem Studium als neuer Lehrer nach Mihla versetzt. 


Das unzertrennliche "Kleeblatt", Ernst Kötschau, Alfred Hartung und Ernst Felsberg, hier bei ihrer Lieblingsbeschäftigung, dem Sport auf dem Mihlaer Sportplatz im "Unterfeld", kurz vor Kriegsausbruch 1914. 

Die drei jungen Männer trieben Sport, hatten ähnliche Ansichten und gingen gemeinsam gern auf Wanderungen und häufig sah man das Kleeblatt auch in den Gastwirtschaften. Es wurde viel diskutiert, denn Alfred Hartung hatte gerade nach langem Kampf der Gemeinde die neu eingerichtete 5. Lehrerstelle an der Carl-Alexander-Schule erhalten. Er kam mit vielen neuen Gedanken und noch mehr Eifer, gut ausgebildet und voller Elan, nach Mihla... Dann brach der Krieg aus, der sofort in ihr Leben eingriff. Bis 1915 waren die drei Freunde auseinandergerissen, alle drei waren zur Armee eingezogen und dienten an unterschiedlichen Frontabschnitten. 


An der Ostfront 1917. Im Korb dieses Fesselballons starb Alfred Hartung. 

Was blieb waren die vielen Briefe und Postkarten, die man austauschte und in denen die Berichte über schreckliche Kriegserlebnisse immer mehr zunahmen... 

Ernst Kötschau und Ernst Felsberg überlebten den Krieg und kehrten 1918 nach Hause zurück. 

Der hoffnungsvolle junge Lehrer Alfred Hartung diente als Leutnant der Reserve in einer Fliegertruppe an der Ostfront. Als Adjutant der Abteilung führte er Beobachten in einem Fesselballon aus, das gehörte zu seinen täglichen Dienstpflichten. Am 26. September 1917 wurde der Fesselballon von einem eigenen Flugzeug getroffen. Adolf Hartung stürzte ab und fand den Tod. Der Mihlaer Sportverein würdigte seinen Tod mit einer Todesanzeige... 


Der erste und der letzte Gefallene... 

Als erster Mihlaer im 1. Weltkrieg fiel am 22. August 1914 bei Namur in Frankreich der zu einer Pioniereinheit eingezogene Friedrich Wilhelm Fehr. 

Der letzte Gefallene aus unserem Ort war Wilhelm Daut, der am 25. Oktober 1918, zu dieser Zeit liefen bereits die Verhandlungen über einen Waffenstillstand, in Frankreich fiel. Für "Kaiser. Gott und das Vaterland", wie in der Todesanzeige mitgeteilt wurde...