Gemeinde Mihla

Hainichgemeinde am Werraknie

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Historische Bauwerke im Amt Creuzburg: Die Dreifaltigkeitskirche in Ebenshausen 

Urkundlich wurde Ebenshausen erstmals im Jahre 1229 erwähnt. Die Ansiedlung am rechten Werraufer ist jedoch noch um einiges älter. 

Vermutlich gab es bis zu Beginn des 18. Jahrhunderts keinen eigenen Kirchenbau im Ort. Ältere mündliche Überlieferungen und schwache schriftliche Hinweise berichten von einer engen Verbindung zu zwei auf dem gegenüberliegenden Werraufer bestehenden Siedlungen, Werthausen und Wesse. Danach hätte es in Werthausen eine Kapelle gegeben, die auch die ursprünglich nur wenigen Bauernhöfe in Ebenshausen kirchlich versorgt hätte. 

Dies ist unwahrscheinlich. Für Werthausen sind keinerlei urkundliche Nachrichten erhalten und es gibt auch keinen Hinweis auf die Existenz einer Kapelle. Dagegen ist eine solche für Wesse, nur wenige hundert Meter am Eingang des Sandholzes an der dortigen Straße nach Scherbda gelegen, vorhanden. Trotzdem bleibt eine hohe Ungewissheit, denn wenn Ebenshausen tatsächlich in früher Zeit, Wesse und Werthausen gingen in der Wüstungswelle des 14. Jahrhunderts ein, blieb immer noch das Problem einer fehlenden Werrabrücke. Vielleicht ist eine Fährverbindung möglich, so wie sie in dieser Zeit für Mihla bekannt ist, denn die Ebenshäuser besitzen noch heute Ländereien auf dem linken Ufer der Werra. 

Mit der Gründung der Propstei in Zella 1104 ist anzunehmen, dass diese auch für die Wahrnehmung der kirchlichen Aufgaben in Ebenshausen zuständig war, zumindest bis zur Reformation im 16. Jahrhundert. 

Zu Beginn des 18. Jahrhunderts schließlich bemühte sich die Ebenshäuser Gemeinde, inzwischen auf über 300 Bewohner angewachsen, um einen eigenen Kirchenbau. Dieser gelang dann durch die private Unterstützung des Einwohners Werneburg. 

Über dem Türsturz ist festgehalten, dass im Jahr 1714 Maurer M. Caspar Werneburg die Kirche errichtete. An den tödlichen Unfall eines Arbeiters beim Kirchenbau erinnert ein Kreuz im Eckstein der Südwestecke.

Der Kirchenbau ist einfach ausgeführt. Das Kirchenschiff misst eine Länge von gut 15 Metern und ist acht Meter breit. Eine tonnenförmig gestaltete Holzdecke schließ es ab, die Fenster sind ebenso wie der Eingang schlicht rechteckig gestaltet ohne Schmuckelemente. Auf der Westseite erhebt sich ein beschieferter rechteckiger Dachturm mit geschweifter Kuppel und Wetterfahne.

Ursprünglich hingen im Turm drei Glocken, die, wie die meisten der Glocken der Region, gleich mehrfach in den beiden Weltkriegen abgegeben werden mussten, um so der Rüstungsindustrie zu dienen. 

1716 stiftete laut Inschrift ein Valten Schuchard den Taufstein. 1722 wurde durch die Gemeinde eine Orgel angeschafft. 

Die heutige Ausstattung ist zum großen Teil modern. Das Ostfenster ist eine Arbeit der Künstlerin Irma Weber aus dem benachbarten Frankenroda von 1995. Anlässlich des 300. Kirchbaujubiläums fand in den Jahren 2013 bis 2014 eine gründliche Sanierung statt. 

Die Ebenshäuser Kirche zählt heute zum Kirchenspiel Nazza, gemeinsam mit den Kirchen in Nazza, Hallungen und Frankenroda. 

- Amt Creuzburg -