Der Beginn der Fliegerschule Harsberg 

Nach vorliegenden Quellen wurde bereits zu Pfingsten des Jahres 1929 am Harsberg bei Lauterbach geflogen. Damals erkannte man die günstigen Aufwinde am Hang. 

Die eigentliche Geburtsstunde des Segelfliegerhanges Harsberg schlug dann im Jahre 1932. Die Flieger-Landesgruppe Thüringen des Deutschen Luftsportverbandes veranstaltete vom am 2. Oktober auf dem Harsberg ein großes Segelfliegertreffen der Thüringer Ortsgruppen. Die Durchführung übernahm die Ortsgruppe Mühlhausen. Mehrere Preise wurden im Vorfeld ausgeschrieben. So sollte die Überbietung des bestehenden Flugrekords auf dem Harsberg von 2 Stunden und 14 Minuten mit einem Sonderpreis bedacht werden, ebenso das Aufstellen eines 5-Stunden-Dauerflugrekordes. 


Die "Gefrag" der Mühlhäuser Ortsgruppe "Molhusia" flog am 2. Oktober 1932 auf dem Harsberg. "Gefrag" stand für Gebrüder Franke, die als Firmenbesitzer in Mühlhausen Material gestiftet hatten, um dem Segler eine geschlossene Haube zu verleihen, was allerdings misslang. 


Medaille für den 2. Platz der Klasse C, Dauerflug von 50 Minuten, verliehen durch den Gau Thüringen des Deutschen Luftfahrverbandes am 2. Oktober 1932 an den Erfurter Piloten Bätz, Original im Mihlaer Museum. 

Der Flugtag im Oktober wurde zu einem großen Erfolg und ebnete den weiteren Weg hin bis zur zentralen Segelfliegerschule in Thüringen. 20 Maschinen und 86 Piloten hatten für diesen Tag gemeldet und ab dem frühen Morgen war ein heftiger Flugbetrieb zu verzeichnen. 

Am Fliegerhang wurden drei Startplätze festgelegt: Klasse A (Anfänger), etwa 140 Meter über der Talsohle, Klasse B, für Fortgeschrittene, und schließlich auch den Startplatz C für Leistungsflüge am Oberhang. 


Am Startplatz A, Aufnahme wohl von 1934. 

Am 2. Oktober 1932 gab es dann auch die ersten Preise, die von der Jury vergeben wurden: Sieger in der C-Klasse wurde der Pilot Wolf auf "Falken" aus Frankenhausen, der einen Zeitflug von 2 Stunden und zehn Minuten absolvieren konnte, auf Platz 2 kam der Pilot Bätz vom Erfurter Verein für Luftfahrt, der nach dem Start 50 Minuten in der Luft blieb. Auf Platz 3 kam schließlich der Weimarer Flieger Kuschel mit einer Flugdauer von 39 Minuten. 

Geehrt wurde auch die Mühlhäuser Ortsgruppe "Molhusia". So hieß auch ihre Flugmaschine, die an diesem Tage zum Einsatz kam. 

Nach diesen Erfolgen wurde noch 1932 beschlossen, auf dem Harsberg ein thüringisches Segelflugzentrum aufzubauen. Das Land Thüringen unterstützte das Vorhaben des Deutschen Luftsportverbandes finanziell. 

Lämmerhirt