Gemeinde Mihla

Hainichgemeinde am Werraknie

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Ein Besuch in der Gastwirtschaft Stein in Mihla 

Wir schauen den Markt hinauf zur Gastwirtschaft Stein (oder “Zur Erholung“). Diese frühere Gastwirtschaft an der Kreuzung der Marktstraße zur Neustadt gelegen gibt es schon lange nicht mehr. 

Schön zu sehen ist auf der historischen Ansichtskarte die steinerne Fundamentmauer des Steinschen Saales. Darauf stand seit der Mitte des 18. Jahrhunderts die Mädchenschule, ehe diese dann nach 1870 als Saal umgebaut wurde. Knaben- und Mädchenschule waren in getrennten Gebäuden untergebracht und erst der Ausbau einer alten Scheune im Baumbachschen Grundstück in der Marktstraße zur “Bürgerschule” und der Umbau des davorliegenden Wohnhauses zu Lehrerwohnungen führten auch in Mihla Mädchen und Jungen zusammen in eine Klasse. 

Diese herrlich kolorierte dreiteilige Postkarte wurde im Juli 1910 verschickt. Im großen Bildteil blicken wir auf den damals noch recht kleinen Ort von der Mihlaer Höhe aus. Gut zu erkennen sind die Kirchturm der St. Martinskirche, der Propel in der Bildmitte und im Vordergrund das „Rote Schloss“. 

Eine weitere Sehenswürdigkeit war, dem damaligen Zeitgeist entsprechend, das Kriegerdenkmal für die Gefallnen des Krieges 1870/71 gegen Frankreich. Das damals gerade neu auf der Mitte des Marktplatzes errichtete Denkmal finden wir heute auf das Kirchengelände zurückversetzt. 

Und nun zur Gastwirtschaft „Zur Erholung“, die damals von Friedrich Merten bewirtschaftet wurde. Hier schauen wir etwas genauer hin: 

Die Gastwirtschaft mit der Schaufront zur Kreuzung Marktstraße/Neustadt hin ist im Erdgeschoss untergebracht. 

Darüber liegen die Fremdenzimmer. Unser Postkartenschreiber hat auf der Karte sein Zimmer angekreuzt. Er berichtet an seine Bekannte in Tabarz über die Schönheit der Sommerfrische in Mihla. 

Gut zu erkennen ist der Saal der Gastwirtschaft, der sich parallel zur Marktstraße anschließt.

Zurück zum Steinschen Saal. Dieser wurde nach dem letzten Krieg zum Kinosaal umgebaut und ist in dieser Funktion sicher noch vielen Mihlaern bekannt. In der Gastwirtschaft kam zeitweise eine Filiale der Kreissparkasse Eisenach unter, ehe dann die Gebäude in den 70er Jahren gänzlich abgerissen wurden. 

Von der nach der Inhaberin Lina Stein bei den Mihlaern nur als Gastwirtschaft Stein benannten Wirtschaft hat sich auch diese Postkarte erhalten, die den einmaligen Blick in das Innenleben bietet. 

- Ortschronist -