Gemeinde Mihla

Hainichgemeinde am Werraknie

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Mihlaer Gastwirtschaften auf historischen Postkarten 

Mihlas älteste Gasthöfe, die „Schwarze Herberge“, aus der dann im 19. Jahrhundert der „Mohren“ wurde, ist nur noch mit einem Nebengebäude vorhanden. Die „Weiße Herberge“, der spätere Gasthof „Zum Schwan“, steht leer und soll nach dem Willen der Gemeinde durch diese erworben und abgerissen werden. Hier wäre eine Veränderung in der Straßenführung sicher sinnvoll. 

Damit verliert Mihla seine beiden ältesten Gasthöfe. Beide Gasthöfe waren wichtige Ausspannen, an denen die durchfahrenden Reisenden einkehrten und Quartier nahmen. Schon aus der Zeit des 30jährigen Krieges gibt es schriftliche Hinweise auf das Vorhandensein der Gasthöfe, zu denen mehrere Nebengebäude, so das „Gelag“ am „Mohren“, Mihlas erster Tanzsaal, und eine Fleischerei am „Schwan“, gehörten. Später kam hier Mihlas erster Kramladen (Böttger) hinzu. 


Einzige bisher bekannte Postkarte, die den Gasthof „Zum Mohren“ zeigt. Sie wurde um das Jahr 1910 in Umlauf gebracht und zeigt neben dem Gasthof den gerade in Betrieb genommenen neuen Bahnhof, die größte Attraktion dieser Jahre, sowie einen Blick vom Wernershäuser Berg zur Werra. 

Man kann davon ausgehen, dass es lange Zeit bei diesen zwei Gasthöfen in Mihla blieb. Erst im letzten Drittel des 19. Jahrhunderts kamen mit dem Aufkommen der Vereine und deren Geselligkeit weitere „Wirtschaften“ hinzu, so der „Werrablick“, die Gastwirtschaft Trabert, die Gastwirtschaft "Stein" mit einem Tanzsaal auf den Mauern der früheren Mädchenschule, und schließlich die „Goldene Aue“. 

Der Gasthof „Zum Schwan“ ließ dann am Ende des 19. Jahrhunderts in einem dieser Nebengebäude, einem Anbau, den ersten Mihlaer Kramladen einrichten. Lange Zeit betrieb dort der Wirt und Händler Böttger sein Geschäft, ehe später daraus eine beliebte „Tanzdiele“ wurde. 

Natürlich haben die Wirte der beiden Gasthöfe auch mit Postkarten Werbung gemacht. Vom „Mohren“ ist bis heute allerdings nur eine Postkarte bekannt, während der „Schwan“ immer wieder als Einzelobjekt oder in mehrteiligen Karten auftaucht. 


Diese sehr schön gestaltete farbige Postkarte aus der Kaiserzeit zeigt eine der ältesten bekannten Ansichten des Gasthofes „Zum Schwan“. Gut zu erkennen ist der im Anbau links unter gebrachte Kramladen mit eigenem Zugang. Ansonsten sind die drei anderen Ansichten von den beiden Schlössern und dem Blick zur Kirche bereits von anderen Karten bekannt. 


Aus der Zeit der langjährigen Schwanwirtin Pauline Puls stammt diese Ansichtskarte, gedruckt Ende der 30er Jahre. 

- Ortschronist -