Gemeinde Mihla

Hainichgemeinde am Werraknie

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Brauerei im Cuxhof 

Daran können sich sicher nur wenige Mihlaer erinnern: Im Gelände der heutigen Firma Fresenius Kabi sind Reste der alten Mihlaer Brauerei „Rotes Schloss“ verborgen! 

Dazu einige historische Bemerkungen: 

Im Jahre 1895 musste der letzte Besitzer des Rittergutes „Rotes Schloss“ Karl von Harstall Konkurs anmelden. Nach einer Versteigerung kaufte der bekannte Jenaer Nervenarzt Professor Binswanger das Rittergut auf und erwarb damit auch die Braurechte. Professor Binswanger förderte in Mihla eine stetige Industrialisierung. So ließ er ab dem Jahre 1910 im Garten des Schlosses eine völlig neue Brauerei errichten, die ab 1912 das einst in der Region bekannte Mihlaer Bier braute. Die vorherige Brauerei im Roten Schloss, in einem Nebengebäude des Schlosses untergebracht, wurde stillgelegt. 


Historischer Blick auf die alten Brauereigebäude im Mihlaer Cuxhof. Die Gebäude wurden vom damaligen Eigentümer Binswanger dem Fachwerkstil des „Roten Schlosses“ nachempfunden. Der große Bierkeller ist heute noch erhalten. 

1917 verließ Binswanger Deutschland und ging in die Schweiz, wo seine Nachfahren noch heute leben. Das Gut wurde mehrfach verkauft und auch die Braurechte kamen in andere Hände, so zur Brauerei Wanfried, und wurden zuletzt von der Eisenacher Brauerei erworben. 

Nach 1924 stellte dann die Mihlaer Brauerei, wohl aus Konkurrenzgründen, den Betrieb ein.

Damit war es mit dem Mihlaer Bier, das zeitweise in drei Brauereien im Ort hergestellt wurde, vorbei. 

Die Gebäude der Brauerei im Cuxhof wurden später weiter genutzt. Eine Metallfabrik zog ein, die während des Krieges Zünder herstellte, später folgten weitere Nutzungen. Besonders beliebt war der große Tonnenkeller, einst zur Kühllagerung des Bieres errichtet. Er fand die verschiedensten Nutzungen, vor allem im Zusammenhang mit der Landwirtschaft. Kartoffeln oder Rüben ließen sich hier hervorragend lagern. So diente das Gelände der Brauerei immer wieder der Landwirtschaft, wurde für die Tierhaltung genutzt, ehe es dann durch die Uhrenwerke Seebach für Herstellung von Weckern umgebaut wurde. Über viele Jahre fanden dort vor allem Frauen aus der Region Brot und Lohn. 

In der „Wende“ erfolgte der Verkauf an die Hersfelder Firma Clinico. Schrittweise erfolgten nun Umbauten, so dass die eigentlichen Gebäude der Brauerei nicht mehr zu erkennen waren. Aber der alte Keller lebt noch und wird heute vom jetzigen Eigentümer Fresenius Kabi gut genutzt. 

- Ortschronist -