Gemeinde Mihla

Hainichgemeinde am Werraknie

036924/47428

 

Aus der guten alten Zeit 

Wussten Sie schon.... 

... dass im Jahre 1893, die erste Mihlaer “Bank”, der Darlehenskassenverein, gegründet wurde? Viele Jahre hatte er seinen Sitz in der “Darlehenskasse”, dem, stattlichen Gebäude an der Kreuzung Lauterbacher Straße - Schornstraße. Gründungsvater und langjähriger Vorsitzender war Pfarrer Kötschau. 


Die Mihlaer Darlehenskasse. 

... dass 1904 der 16jährige Sohn des Fährmanns Nowatzky, Friedrich, auf dem Kirchplatz (dem heutigen Markt) bei völliger Dunkelheit so unglücklich im vollen Lauf stürzte, dass er mit dem Hals gegen die Gitterspitzen der Einfriedung des dortigen mitten auf dem Platz befindlichen Kriegerdenkmals zur Erinnerung an den Krieg 1871 gegen Frankreich fiel, dass der Junge trotz Überweisung in ein Eisenacher Krankenhaus wenige Tage später an der Wunde verstarb? 

Das Denkmal wurde wenig später auf das Kirchengelände umgesetzt, wo es sich noch heute befindet. 


Das Kriegerdenkmal noch an seinem alten Standort auf dem Markt

... dass im gleichen Jahr, also 1904, in Mihla eine Sanitätskolonne gegründet wurde?

Sie ist die erste Einrichtung dieser Art in der Region. 

Stützpunkt wurde für viele Jahre die spätere Arztpraxis in der Marktstraße, damals das Gebäude der Lehrerwohnungen in der Bürgerschule. 

Um die Mitgliederwerbung sehr verdient gemacht hatte sich der damalige Arzt Dr. Göring sowie der Lehrer Göbel, der auch Leiter der Kolonne war. 

... dass 1904 der Mihlaer Kirchturm eine neue Spitze mit Wetterfahne und Hahn erhielt? Die Arbeiten führte der Mihlaer Klempner Breuer aus. 

... dass im Jahre 1906 das Kirchendach neu gedeckt wurde? Auch eine neue Lattung für die Ziegeln wurde vorgenommen. Vorher lagen auf dem Dach noch die alten mit Strohfittigen verdichteten Hohlziegeln der Erbauungszeit um 1710. 

... dass im Jahre 1910 der 40sten Wiederkehr des deutschen Sieges bei Sedan über die Franzosen (1. und 2. September 1870) feierlich gedacht wurde? 

Es fand hierzu ein Festgottesdienst statt. Auf dem Harsberg wurden Freudenfeuer angezündet. Abschließend  gab es ein geselliges Beisammensein auf dem Propel. 

... dass in Mihla am 17. März 1913 der hundertjährige Gedenktag der Erhebung gegen Napoleon (Befreiungskriege) gedacht wurde? 

Nach einem Kirchzug durch das Dorf vereinigten sich die Militär- und Kriegervereine unter starker Anteilnahme der Bevölkerung zu einem Festgottesdienst in der St. Martinskirche.

Anderthalb Jahre später sollte wieder Krieg gegen Frankreich sein! 

... dass 1913 durch Wohltätigkeitsspenden 175 Mark für ein “Kinderbad” gesammelt wurden?

Damals war die TBC ein großes Problem im Ort. Der Krankheit erlagen immer wieder vor allem die Kinder. Durch ein stärkendes Solebad sollte dem vorgebeugt werden. 

Die Darlehenskasse spendete weitere 80 Mark. Auf dieser Grundlage konnte eine erste Einrichtung bei der Kegelbahn von Balduin Schreiber am Propel entstehen.  

-Ortschronist-