Gemeinde Mihla

Hainichgemeinde am Werraknie

036924/47428

 

Mihlas wohl älteste Fotografie 

Man muss schon genau hinschauen, um sich orientieren zu können. Von links erreicht die Straße, die am „Grauen Schloss“ hinweg über eine kleine Holzbrücke die Mühlwehrinsel erreichte und auf dieser weiter verlief, das Werraufer. Hier beginnt die Auffahrt zur großen Werrabrücke, die über das Flussbett zum Sand hinüberführt. Drei mächtige Holzpfeiler mit Eisrechen tragen die Brücke. Beide Brücken, über den Mühlwehrarm und über die Werra, wurden in den 70er Jahren des 19. Jahrhunderts als erster Brückenbau zum Sand errichtet. Bis dahin gab es lediglich die Fähre, dessen Gebäude, das Fährhaus, direkt über dem dritten Strompfeiler zu erkennen ist. 

Interessant ist auch der Blick über die Gebäude hinweg. Man erkennt die alte Fahrstraße durch das „Sandholz“ nach Scherbda. Dort, wo diese Straße in den Wald eindringt. Lag mit der Siedlung Wesse bereits ein weiteres kleines Dorf, ebenfalls mit eigener Kirche. Auch Wesse wurde im 14. Jahrhundert wüst. 

Auf dem Sand stehen noch viele Gebäude. Das alte Herrschaftshaus der Harstalls, das Sandvorwerk gehörte zu allen drei Linien der Familie, ist wegen der Größe des Gebäudes gut zu erkennen. Weitere Wohnhäuser für die landwirtschaftlichen Arbeiter, meist Saisonkräfte aus Polen, die „Schnitterkasernen“, Scheunen und Ställe sind zu erkennen. Das Sandvorwerk entstand aus dem früheren kleinen Kirchort Münsterkirchen, welches um 1400 wüst wurde. Sogar eine Kapelle wurde dort noch im Jahre 1506 als Wallfahrtskapelle gemeldet. Die Harstalls erhielten das Sandgut im Verlauf des 15. Jahrhunderts als Lehen des Klosters Fulda. Fulda war Eigentümer aller Gebiete auf dem Sand. 

Dieses historische Foto stammt aus dem Nachlass der Familie von Harstall und kam auf Umwegen, Maria Begas, eine Verwandte der Harstalls hatte es in ihrem Besitz (sie hielt sich in den Sommermonaten auf dem Sand auf). 

Aus ihrem Nachlass erwarb es Frau Christel vom Hofe, eine Sammlerin alter Plattenfotografien. Vor gut 25 Jahren trat sie in Kontakt mit mir und nach einigen Gesprächen und Besuchen mit ihren Töchtern in Mihla konnte diese Fotografie sowie weitere historische Aufnahmen aus dem Nachlass von Maria Begas in die Ortschronik übernommen werden. 

- Ortschronist Mihla -