Gemeinde Mihla

Hainichgemeinde am Werraknie

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"Cannabis aus der Apotheke?"

Seit Jahren hält Frau Kromke, Apothekerin in Mihla, Vorträge über gesundheitliche Themen. Damit unterstützt sie recht erfolgreich die Arbeit des Fördervereins der Bibliothek, denn die Vorträge sind für den Verein kostenlos, aber die Zuhörer sind immer gern bereit, Spenden für die Neuanschaffung von Medien zu geben. Interessant sind auch immer die Themen der Vorträge, die Apothekerin Frau Kromke häufig auch aus den aktuellen Entwicklungen heraus auswählt.

Zum diesjährigen Vortrag am 31. Januar konnte das Thema wohl kaum reißerischer sein: "Cannabis aus der Apotheke?".

Allerdings war dann auch gleich zu erfahren, worum es ging. Seit 2017 greift ein neues Gesetz, welches es möglich macht, dass eine Behandlung mit Medizin auf Basis von Cannabis nicht mehr nur unter die Drogengesetze fallen, sondern bei besonderen und vor allem schweren Krankheitsbildern auch über die Krankenkassen finanziert und von den Ärzten verordnet werden dürfen.


Die Apothekerin Frau Kromke während ihres Vortrages. Frau Kromke ist schon seit vielen Jahren eine aktive Unterstützerin der Mihlaer Bibliothek.

Der Vortrag von Frau Kromke setzte mit der Herkunft der Cannabispflanze ein. So war zu erfahren, dass diese eine der ältesten Kulturpflanzen überhaupt ist, aus Asien stammt und zu den Hanfgewächsen zählt. Die Pflanzen verfügen über mehr als 400 Inhaltsstoffen mit teilweise berauschender Wirkung.

Neben dem Nutzhanf, wichtig für die Baugewerke, die Papierherstellung oder auch als Tier- und vegane Nahrung, wird der Medizinalhanf meist aus den getrockneten Blüten der Pflanze gewonnen. Nach wie vor ist illegaler Cannabisanbau verboten und wird verfolgt, so der Hinweis.

Frau Kromke verwies wiederholt darauf, dass der Nachweis einer tatsächlichen Wirksamkeit bisher nicht ausreichend vorliegt. Daher regeln Cannabisagenturen den Anbau zu medizinischen Zwecken.

Ein Patientenanspruch liege nur vor, wenn andere Behandlungsmethoden nicht angeschlagen haben. Es gehe immer um individuelle Therapien, also auf keinen Fall um einen "Joint aus der Apotheke".

Im Einzelnen wurden dann verschiedene Anwendungsfälle und Möglichkeiten vorgestellt und deren Wirkungen besprochen. Dies betraf auch die Vorstellung von Fertigarzneimitteln auf Cannnabisbasis zum Beispiel in Form von Spray oder Kapseln. Hingewiesen wurde auch auf Wirkungen durch die Einnahme solcher Medikamente bis hin zur Fahruntauglichkeit oder zum Vorwurf des illegalen Rauschgiftgenusses bei Kontrollen. Hier gäbe es inzwischen entsprechende Ausweise oder ärztliche Behandlungsscheine, die zu empfehlen seien.

In der anschließenden Diskussion wurden mehrere Fragen gestellt und von Frau Kromke auch gut beantwortet.


Blick auf die Zuhörer während des Vortrages von Frau Kromke.

Ehe sich Frau Böttcher vom Vereinsvorstand ganz herzlich für den lehrreichen Vortrag bedankte. Diese Art der Veranstaltung soll weiter fortgesetzt werden.

- Ortschronist -