Stiftung an das Museum im Mihlaer Rathaus bereichert die Ausstellung 

Am 3. Februar 1944 gegen Mittag geriet ein viermotoriger deutscher Bomber vom Typ He-177 „Greif“ in Absturzgefahr. Die Maschine war auf einem Überführungsflug von Norddeutschland nach Italien. Dieser Bombertyp, der einzige viermotorige Bomber der Luftwaffe, war nie technisch völlig ausgereift zum Einsatz gekommen. Vier Motoren trieben zwei Propeller an und dadurch kam es immer wieder zu Triebwerkserhitzung und zum Absturz. Die Maschine wurde deshalb auch als „Reichsfeuerzeug“ bezeichnet. 

Der Pilot der sechsköpfigen Besatzung Friedrich Knöchel versuchte im Mihlaer Tal auf der Lichtung der Harstallswiese eine Notlandung. Dies ging allerdings schief und die Maschine raste in das Wäldchen rechts vom Wernershäuser Weg. Drei der sechs Besatzungsmitglieder konnten noch mit dem Fallschirm aussteigen, zwei überlebten den Absturz. Der dritte Fallschirmspringer traf ungehemmt auf den Waldboden auf, da sich sein Schirm nicht mehr öffnete. Drei weitere Besatzungsmitglieder verbrannten im Flugzeug. 

Die Maschine löste einen kleinen Waldbrand  aus. Viele Mihlaer machten sich damals auf zur Unglückstelle. Diese wurde aber rasch durch Sicherheitskräfte abgeschirmt. Die Reste der Maschine wurden dann zum Bahnhof transportiert und mit der Eisenbahn abgefahren. 

Die beiden überlebenden Besatzungsmitglieder waren für eine Nacht im Gasthof „Zum Schwan“ in Mihla untergebracht und so erfuhren einige Mihlaer wenige Einzelheiten. Sehr rasch wurde das Ereignis durch die hereinbrechenden Kriegsereignisse offensichtlich verdrängt. Offizielle Aufklärung gab es nicht. 

In den letzten Jahren konnten viele bisher unbekannte Informationen zusammentragen werden. Die Maschine gehörte zur 11. Staffel der IV. Gruppe des Kampfgeschwaders 40. Augenzeugen berichteten, dass sie von den überlebenden Fliegern erfahren hatten, dass die Maschine vom norddeutschen Flugplatz Fassberg aus gestartet sei. 

Flugzeugführer war der 1918 geborene Unteroffizier Friedrich Knöchel. Mit ihm starben der Bordfunker Unteroffizier Valentin Prestel, der Bordmechaniker Gefreiter Paul Stuhldreier und der Bordschütze Gefreiter Günther Bannas. Weitere Namen, die der Überlebenden, sind nicht bekannt. 


Unteroffizier Friedrich Knöchel in Fliegermontur und in Uniform. Er starb beim Absturz seines Bombers He-177 am 3. Februar 1944 mit 26 Jahren. Knöchel stammt aus Hauröden im Eichsfeld. Seine Angehörigen besuchten inzwischen das Mihlaer Museum und die Absturzstelle. 

Ende August dieses Jahres kam Besuch in das Museum. Herr Ernst-Josef Detig aus Marbach bei Fulda und ein Freund kamen mit einem ganz besonderen Anliegen. Herr Detig war bereits vor zwei Jahren interessierter Besucher im Museum. Er ist leidenschaftlicher Modellbauer und betreibt ein Modellbaustudio. Sein Spezialgebiet ist der Bau von Flugzeugen aus der Zeit des 2. Weltkrieges. 

Inzwischen hat er über 350 Modelle mit allen Typen, die auf den Kriegsschauplätzen auf der gesamten Welt eingesetzt waren, fertiggestellt. 


Modellbauprofi Herr Detig aus Marbach bei Fulda übergibt das Modell der He-177 Greif an Rainer Lämmerhirt. Das Modell ist bereits in eine Präsentationsbox eingebaut und kann so leicht in die Ausstellung eingefügt werden. 

Herrn Detig hatte bei seinem Museumsbesuch der Absturz der Heinkel 177 bei Mihla ganz besonders interessiert. Immerhin war es der einzige viermotorige Bomber der Luftwaffe, der in größeren Stückzahlen gebaut wurde. Herr Detig bemerkte damals, er wolle ein Modell dieser Maschine bauen. 

Nun war es soweit. Das Modell der „Greif“ war fertig und der Zweck des Besuches in Mihla war die Übergabe der Maschine als Stiftung an das Museum. Beim Rundgang durch die Ausstellung, die mit einer Eintragung in das Gästebuch endete, wurde auch gleich ein Platz gefunden, an dem das neue Ausstellungsstück präsentiert werden kann. Nun muss es noch eingearbeitet werden. Herrn Detig für dies tolle Überraschung herzlichen Dank! 

- Rainer Lämmerhirt -
Museum im Rathaus Mihla