Kleine Hände, große Zukunft- auf Entdeckungsreise in der Welt des Handwerks

Unter diesem Motto starteten wir, der Evangelische Kindergarten St. Martin in Mihla in ein Projekt, welches allen Kindern und Erzieherinnen große Freude bereitet hat und unserem kleinen Kindergarten eine neue Möglichkeit für das Sammeln von Erlebnissen und Erfahrungen eröffnet hat.


Gleichzeitig wollten wir uns am Projekt der Aktion Modernes Handwerk e.V. beteiligen. In unserem Ort Mihla gibt es die Tischlerei Böhnhardt, welche von Tischlermeister Wolfram Böhnhardt betrieben wird. Mit ihm haben wir uns verabredet, um zu entdecken, was ein Tischler so alles macht. Zuvor haben wir schon im Kindergarten über allerlei Handwerksberufe und deren Tätigkeiten gesprochen.


Ausgerüstet mit kleinen Werkschürzen und einem großen Paket Neugier und Wissensdurst rückten wir also zu unserem ersten Treffen an. Zunächst stellten wir uns einander vor. Weil es keine Garderobe gab, zeigte uns "Onkel Wolfram", wie man ganz einfach aus einem Brett, 2 Schraubzwingen und jeder Menge Nägeln ganz schnell so ein Teil bauen kann. Also ging es direkt an die Hämmer und los!

Danach durften wir die Tischlerei erkunden, entdeckten eine Kreissäge, einen riesigen Staubsauger, welcher im Nu alle Späne wegsaugt und noch so manches Gerät. An einer riesigen Baumscheibe konnten wir anhand der Jahresringe zählen, wie alt der Baum war, bevor er geschlagen wurde. Wir schnupperten am Tischlerkleber und am harzigen Holz. Dann haben wir uns um einen großen Werktisch herum versammelt und konnten aus Holzscheiben niedliche Osterhasen bauen. Diese durften wir mit nach Hause nehmen. Bereits nach diesem ersten Besuch in der Tischlerei stand für alle Kinder fest: "Wenn ich groß bin, werde ich Tischler!

Aber es gab noch zwei weitere Termine bei Tischlermeister Wolfram Böhnhardt, denn wir hatten längst nicht alles entdeckt. Beim nächsten Besuch hatte er für uns Teile aus Holz vorbereitet, aus denen man ein Flugzeug bauen konnte. Er zeigte uns, wie ein Hobel funktioniert und hatte für uns einen größeren und einen kleinen Hobel zum Ausprobieren da. Tatsächlich war es wie in unserem Lied: "Zisch, zisch, zisch... der Tischler hobelt glatt den Tisch..." Wie man Nägel mit einem Hammer ins Holz schlägt und die krummen mit einer Zange wieder herausbekommt, haben wir ausgiebig ausprobieren können. Am Ende dieses tollen Vormittags baute sich jedes Kind unter fachkundiger Anleitung ein Schwert, was wir ebenfalls mitnehmen durften.

Der dritte und vorerst letzte Besuch wurde von uns sehnsüchtig herbeigefiebert! Onkel Wolfram wollte sich etwas ganz Besonderes einfallen lassen. Heute sollten Osterkörbchen gebaut werden. Das hat ganz viel Spaß gemacht, war aber auch nicht ganz einfach! Wer sein Körbchen fertig hatte, konnte wieder mit Hammer und Nägeln arbeiten. Dabei kamen richtige Kunstwerke zustande. Auch mit Akkubohrern haben wir gearbeitet. Stets haben wir auch darauf geachtet, dass sich niemand verletzt.

Nun kam der Höhepunkt: Wir stiegen die steile Treppe seiner Werkstatt hinauf in ein Atelier, wo viele Schätze zu entdecken waren, u. a. sogar schiefe Schränke. Hier überreichte Tischlermeister Wolfram Böhnhardt jedem Kind und natürlich auch uns Erzieherinnen
einen richtigen Kindertischlergesellenbrief. Dazu gab es für jeden noch eine selbstgebaute Werkzeugkiste mit Werkzeugen und kleine Überraschungen, welche Wolframs Frau Anke ganz liebevoll für uns zusammengestellt hatte.

Wir danken unserem Tischlermeister Wolfram Böhnhardt für die vielen Stunden, die wir in seiner Werkstatt verbringen durften, für die kreativen gemeinsamen Bastelarbeiten mit dem Werkstoff Holz und für die wertvollen neuen Erfahrungen im Umgang mit Werkzeugen. Unser Fazit: Das machen wir mal wieder.

        

Grit Fehr, Erzieherin im Kindergarten St. Martin