Naturparkfest mit Ausstellungseröffnung „Mach´s nachhaltig!“ am Verwaltungssitz des Naturparks Eichsfeld-Hainich-Werratal in Fürstenhagen 

Fürstenhagen. Den Auftakt zum Naturparkfest bot die geführte Wanderung über die Dieteröder Klippen zum Naturparkzentrum. Arne Willenberg, Mitarbeiter für Biotop- und Artenschutz, informierte über das Beweidungsprojekt sowie zur Flora und Fauna am Wegesrand. 

Pünktlich zur feierlichen Eröffnung der neuen Ausstellung füllte sich das Festzelt. Friedel Heuwinkel (Präsident Verband Deutscher Naturparke), Dr. Burkhard Vogel (Staatssekretär Thüringer Ministerium für Umwelt, Energie und Naturschutz), Dr. Werner Henning (Landrat Eichsfeld), Ulrike Papenfuss (Atelier Papenfuss) sowie Claudia Wilhelm (Naturparkleiterin) führten in einer lockeren Moderationsrunde einen Exkurs zur Nachhaltigkeit. 

„Ziel der 104 Naturparke in Deutschland ist es, dass alle Menschen durch die Freude am Erleben der Natur dazu inspiriert werden, sich für deren Erhalt sowie die nachhaltige und klimaneutrale Entwicklung ihrer Region zu engagieren,“ stellte Friedel Heuwinkel fest. Feierlich wurde das Bändchen am Fuße des Wasserturms durchschnitten. 


Feierlich wurde das Band durchschnitten. v.l.n.r.: Staatssekretär Burkhard Vogel, Friedel Heuwinkel (VDN), Ulrike Papenfuss (Atelier), Claudia Wilhelm (Naturpark), Dr. Henning (Landrat) und Uwe Müller (Naturpark). 

Der Naturpark Eichsfeld-Hainich-Werratal ist einer von acht Nationalen Naturlandschaften in Thüringen. Thüringens Umweltstaatssekretär Burkhard Vogel schätzt die Arbeit vor Ort: „In unseren Naturparks verbinden sich Naturschutz, nachhaltige Regionalentwicklung, Tourismus und Umweltbildung. Von Naturparkschulen und Junior-Rangern über Qualitätswanderwege bis hin zum "Runden Tisch Naturschutz" ist das im Naturpark Eichsfeld-Hainich-Werratal gelebter Alltag. Die Finanzierung der neuen Ausstellung ist eine Investition in die Zukunft, um die erfolgreiche Arbeit fortzuführen.“ 

Der Turm ist ab 25.05.2022 geöffnet. Jährlich besuchen über 4.000 Kinder und Jugendliche das Naturparkzentrum Fürstenhagen. Die Ausstellung wird nun wieder fester Bestandteil der Bildungsarbeit“ informiert die Naturparkleiterin Claudia Wilhelm. 

Die Menschen, die in der Ausstellung auf Tafeln, Filmen und Printprodukten zu finden sind, präsentierten sich zum Naturparkmarkt. Knapp 30 Informations- und Verkaufsstände luden zum nachhaltigen Einkaufen, Erleben und Informieren ein. 


Claudia Wilhelm (Leiterin Naturpark), Friedel Heuwinkel (Präsident VDN) und Uwe Müller (Mitarbeiter Naturpark) halten die Zeittafel zur Ausstellungseröffnung in den Händen. 

„Nur mit den Menschen zusammen können wir die Einmaligkeit unserer Region, unseres Naturparks bewahren. Der Naturpark stärkt mit seinen Aktivitäten den ländlichen Raum, er ist authentischer Bildungsort, gibt Impulse für einen Qualitätstourismus und ist fachlich geschätzt bei Belangen des Naturschutzes“, so Landrat Dr. Werner Henning.

Mit einem Dankeschön an: den BUND Kreisverband Eichsfeld, welcher den Shuttleverkehr ab Heiligenstadt finanzierte, die Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter des Naturparks, die Aussteller, die Luttertaler Musikanten und dem Team der Wander-Rast ging das Naturparkfest zu Ende.  

Wissenswertes zum Wasserturm und der Ausstellung 

Der Wasserturm Fürstenhagen wurde am 20.01.1916 an der Bahnstrecke Heiligenstadt-Schwebda eingeweiht. Der Bahnhof Fürstenhagen war der höchste Punkt auf 491 Meter. 25.000 Liter Wasser stellten sicher, dass die Dampflokomotiven liefen. Nach der Zerstörung der Bahntrasse wurde das Bahnhofsensemble unterschiedlich genutzt, bis dieses 1991 vom Freistaat Thüringen gekauft wurde. Seit 1992 ist es der Verwaltungssitz des Naturparks. 1995 wurde der Wasserturm unter Denkmalschutz gestellt und saniert. 

Seit 1996 dient das Gebäude als Ausstellungsraum. Nun eröffnet am 22.05.22 die dritte Ausstellung ihre Türen. Unter dem Motto „Mach´s nachhaltig! – Perspektiven zur Nachhaltigkeit im Naturpark Eichsfeld-Hainich-Werratal“ macht sie die Naturparkarbeit sichtbar. Auf vier Etagen bietet sie fachlich Vorgebildeten, Familien, Kinder- und Jugendgruppen sowie Stammgästen viel Wissenswertes und Abwechslung zu gleich. 

Die Architektur des Turms auf vier Etagen war reizvoll, aber Herausforderung zugleich (Grundfläche von jeweils 9-16 qm). Das Erdgeschoss bietet dem Betrachter die Vielfalt der Region – in Form von Bildern, Kartentisch und Infomaterial zum Naturpark. Das erste Obergeschoss sensibilisiert zum Thema Nachhaltigkeit und den Aufgaben der Naturparke, als Modellregionen für nachhaltige Entwicklung. Naturschutz, Bildung und Tourismus sind Schwerpunkte des zweiten Stockwerks. Präparate, Mitmachelemente und Hörstation machen neugierig, die Artenvielfalt des Naturparks kennenzulernen. „Mensch und Natur gehören zusammen“, wie dies in einem Naturpark gelingt, wird hier in Form von best-practice Beispielen aus Baukultur, Handwerk, Landwirtschaft und Kulinarik sichtbar. Der Marktplatz der Möglichkeiten bietet saisonal wechselnd eine Auswahl interessanter Angebote und Impulse aus dem Naturpark für mehr Nachhaltigkeit und Umweltschutz im Alltag. Nur gemeinsam mit den Menschen vor Ort schafft der Naturpark ein gesundes, vielfältiges und interessantes Lebensumfeld – ein Aufruf zum Mitmachen: „Mach´s nachhaltig!“ setzt den finalen Moment – bevor der Blick von oben in die Ferne schweift. 


Der Marktplatz der Möglichkeiten bietet wechselnde Themen und lockt damit, die Ausstellung regelmäßig zu besuchen. 

Auf den Stufen gibt’s Hintergründe zum ökologischen Fußabdruck und zu den globalen Zielen (SDGs) für eine nachhaltige Entwicklung sowie Tu du´s für den Alltag. Das Ausstellungsmotto prägte auch die Umsetzung: „Aus alt mach neu!“ – daher wurden bestehende Ausstellungselemente aufgearbeitet und neu belebt. 

Nostalgie und Eisenbahnromantik spürt man, wenn man auf der neuen Bank vor dem Wasserturm Platz findet. Auf einem überdimensionalen Koffer gibt sie bildhaft Einblicke in die über hundertjährige Geschichte. 

Knapp 200.000 € sind in die Renovierung der Ausstellung geflossen – finanziert durch das Thüringer Ministerium für Umwelt, Energie und Naturschutz. Die Umsetzung erfolgte durch das Atelier Papenfuss aus Weimar, welches mit Fachkompetenz und Kreativität das neue Ausstellungskonzept entwarfen und umsetzten.

Text und Fotos:      Claudia Wilhelm (Naturparkleiterin)