Gedanken zur Weihnacht
 
 
Schon wieder ist das Jahr am Ende angelangt. Das kann doch gar nicht sein! So dachte ich vor einigen Tagen ganz erschrocken, aber es stimmt. War nicht gerade erst Weihnachten?
 
Egal, das Leben eilt wohl immer schneller dahin. Doch gerade in diesen Dezembertagen voller Lichterglanz und Weihnachtsstimmung möchte man dieses Tempo einfach aufhalten. Besinnen, Ruhe und einfach nur verharren, wie schön wäre das!
 
Leider ist es nicht ganz so. Innere Ruhe zu finden in diesen Tagen voller Hast, berufliche Belastung, Jahresabschluss, Voraussetzungen für 2006 schaffen, aber auch Weihnachtsgeschenke besorgen und Vorbereitungen treffen. Hinzu kommen die vielen Weihnachtsfeiern, die wohl jedes Jahr üppiger werden und die eigene Freude auf das schönste Fest im Jahr etwas verlassen lassen.
 
Da kommt mir das Gedicht "Weihnachten" von Joseph von Eichendorff in den Sinn und schon gleich bricht die Weihnachtsstimmung aus. Vielleicht geht es Ihnen dann auch so?
 
Weihnachten
 
Markt und Straßen stehn verlassen,
Still erleuchtet jedes Haus,
Sinnend geh ich durch die Gassen,
Alles sieht so festlich aus.
 
An den Fenstern haben Frauen
Buntes Spielzeug fromm geschmückt
Tausend Kindlein stehn und schauen,
Sind so wunderstill beglückt.
 
Und ich wandre aus den Mauern
Bis hinaus ins freie Feld,
Hehres Glänzen, heiliges Schauern!
Wie so weit und still die Welt!
 
Sterne hoch die Kreise schlingen,
Aus des Schnees Einsamkeit
Steigts wie wundersames Singen -
O du gnadenreiche Zeit!
 

 

 
 
 
Mihla, 14.12.2005 - zurück zur Chronikübersicht